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Welchen Härtegrad brauche ich? — Warum die Frage in die Irre führt
H1, H2, H3 sind keine genormten Maße — jeder Hersteller definiert sie anders. Zwei Menschen mit gleichem Gewicht können völlig unterschiedliche Matratzen brauchen. Die Messung ersetzt den Härtegrad.
Was bedeutet Härtegrad?
Härtegradbezeichnungen wie H1 (sehr weich) bis H5 (sehr fest) sollen angeben, wie stark eine Matratze nachgibt. Sie sind in Deutschland nicht genormt — jeder Hersteller legt die Grenzen selbst fest. Eine H3-Matratze von Hersteller A kann weicher sein als eine H2 von Hersteller B.
Das Problem mit H1, H2, H3
Das Hauptproblem: Härtegradempfehlungen basieren fast immer nur auf dem Körpergewicht. „Bis 60 kg → H2, 60–80 kg → H3" — solche Faustregeln ignorieren:
- Schlaflage (Seitenschläfer brauchen andere Weichheit als Rückenschläfer)
- Körperproportionen (Schulterbreite, Beckenbreite, Körperlänge)
- Liegedruckverteilung (wie sich Gewicht tatsächlich auf die Matratze verteilt)
- Zonenverteilung der Matratze selbst
Zwei Menschen, gleiches Gewicht — zwei verschiedene Matratzen
Ein Beispiel aus unseren Messungen:
| Person | Typ | Gewicht | Schulterzone (Seitenlage) | Lendenzone (Seitenlage) |
|---|---|---|---|---|
| K.B. | Seitenschläferin, 165 cm | 83 kg | 38,4 mbar | 22,1 mbar |
| F.B. | Rückenschläfer, 180 cm | 83 kg | 19,7 mbar | 28,6 mbar |
Beide wiegen gleich viel. K.B. braucht eine Matratze mit besonders weicher Schulterzone und stabiler Lende. F.B. braucht gleichmäßige Stützung mit leichter Entlastung der Lende. Gleicher Härtegrad würde für beide gelten — und für keine von beiden passen.
Warum Körpergewicht allein nicht reicht
„Zwei Menschen mit exakt gleichem Gewicht können Druckprofile haben, die sich zonenweise um bis zu 32 mbar unterscheiden."
Der Grund: Gewicht verteilt sich je nach Körperbau, Schlaflage und Proportionen völlig unterschiedlich auf die Matratzenoberfläche. Schulterbreite, Beckenform und Körperlänge entscheiden, welche Zone wie viel Druck bekommt — nicht das Gesamtgewicht.
Was stattdessen hilft
Statt Härtegradempfehlungen nutzen wir bei Keiten die Vitario-Liegedruckmessung. Du legst dich auf eine Messunterlage, die deinen Körperdruck in über 1.000 Messpunkten erfasst — in Seitenlage und Rückenlage. Das Ergebnis ist ein individuelles Stützprofil, aus dem wir ableiten, welche Zonenverteilung und welche Materialien zu dir passen.
Aus diesem Profil wird dann eine Matratze gefertigt — nicht von uns selbst, sondern von Vitario nach unseren Vorgaben, genau auf deine Messwerte abgestimmt.
Fazit
Der Härtegrad ist eine vereinfachte Verkaufshilfe, keine verlässliche Kaufgrundlage. Wer eine Matratze kauft, die wirklich zu ihm passt, braucht keine Härtegradempfehlung — sondern sein eigenes Druckprofil.
Dein persönliches Stützprofil ermitteln
Wir messen deinen Liegedruck kostenlos und unverbindlich in Hamminkeln-Dingden — mit dem Vitario-Liegedrucksimulator.
Termin vereinbaren: 02852 2566
Dieser Beitrag beschreibt das Beratungsverfahren bei Keiten. Er trifft keine Aussagen über Beschwerden oder Gesundheit.